Lebenslagen

Unter der Rubrik Lebenslagen haben wir die aufgrund langjähriger Praxis  am häufigsten angefragten Infos und Materialien wie auch Internet-Links, die wir für die betreffende Situation als hilfreich oder informativ empfehlen können, zusammengestellt.

 

Ergänzungsvorschläge sind willkommen.

 

 

Statistische Fakten

 

Alleinerziehende:

 

Fast jede fünfte Familie in Deutschland ist eine Einelternfamilie - rund 1,6 Millionen Alleinerziehende mit 2,2 Millionen Kindern.

41 Prozent aller Alleinerziehenden, von denen 90 Prozent Frauen sind, erhalten Hartz IV.

800.000 Kinder von Alleinerziehdenden sind armutsgefährdet. Einer der Gründe dafür ist die fehlende oder nur eingeschränkt mögliche Erwerbstätigkeit der Alleinerziehden.

 

Alter:

 

Das Alter ist weiblich - vor allem die Armut im Alter trifft Frauen mit einer durchschnittlichen Rentenerwartung von gegenwärtig 540 Euro. Aber auch ihr Anteil erhöht sich mit steigendem Lebensalter und Lebenserwartung jenseits des 80. Geburtstages derart, dass auf drei Frauen nur noch ein Mann kommt.

Entsprechend ist dann auch der Frauenanteil in der Pflege mit einer im Alter steigenden Bettlägrigkeit von durchschnittlich mehr als drei Jahren.

Sexualisierte Gewalt gegen Patientinnen ist ein anderer geschlechtsspezifischer Aspekt. Der Frauenanteil am Pflegepersonal beträgt 73 Prozent.

 

Arbeitslosigkeit:

 

Trotz geringerer Beschäftigungsquote (zumindest in den alten Bundesländern) führen die Frauen im Anteil an den Arbeitslosigkeit - gefolgt von rückläufigen Tendenzen zu Qualifizierungsmaßnahmen bei beruflichem Wiedereinstieg und abgespeist mit prekären Beschäftigungsverhältnissen, geringfügiger Beschäftigung und befristeten Verträgen.

 

Behinderte:

 

Der geringe Frauenanteil bei beruflichen Eingliederungsmaßnahmen spricht für sich. Behinderte Frauen sind doppelt und mehrfach benachteiligt, was Ansprüche auf Versorgungsleistungen durch den Staat angeht, wenn sie nicht erwerbstätig sind, da nur erwerstätige Menschen von einem Schwerbehindertenauswei profitieren. Die richtigen Adressen können weiterhelfen und ermutigen.

 

Beruf und Wiedereinstieg:

 

Obwohl die Frauenerwerbsquote in Deutschland mit 61,5 Prozent aller Frauen im Alter von 15 bis 64 Jahren inzwischen auf dem europäischen Mittel liegt, stagniert der Anteil an Vollzeitstellen (46,5 Prozent).

Immer mehr Frauen arbeiten in Minijobs und Teilzeit, Frauen "führen" inzwischen den Niedriglohnsektor mit einem Anteil von 71%.

Zusätzlich "führen" Deutschlands Frauen in Teilzeitbeschäftigungsverhältnissen - und zwar europaweit. Die auf Vollzeitstellen umgerechnete Beschäftigungsquote von Frauen in Deutschland ist europaweit gerechnet nur die zweitkürzeste.

Als Skandal ist nach 60 Jahren Verfassungsauftrag zur Gleichberechtigung die Tatsache zu bewerten, dass  Frauen in Deutschland durchschnittlich noch immer 22 Prozent weniger als Männer verdienen.

 

Frauen in der Führung:

Frauen sind in Vorständen und Aufsichtsräten deutscher Konzerne immer noch die Ausnahme. Nur 15 der 160 Aktiengesellschaften in den wichtigsten duetschen Börsenindizes haben weibliche Vorstandsmitglieder. Der Frauenanteil beträgt auf Vorstandsebene nur 2,5 Prozent, so das Ergebnis einer Studie der Hand-Böckler-Stiftung. Ganze sechs der 160 Unternehmen kommen auf ein Drittel weibliche Vorstandmitglieder, nur in einem einzigen stellen Frauen die Mehrheit im Vorstandgremium. Je höher dabei das Börsensegment eines Unternehmens, desto niedriger ist der Frauenanteil im Top-Management.

DGB-Info-Brief 4/08

 

Bildung und Weiterbildung:

 

Der Mädchen-Anteil an Abitursabschlüssen hat mittlerweile den der Jungens überholt und steigt stetig weiter. Was die Lernbereitschaft und Motivation betrifft haben Frauen Volkshochschulen wie auch Stadtbüchereien fest im Griff. Zur beruflichen Weiterqualifizierung ist es nie zu spät und ein Überblick über die Anlaufstellen der Region kann einen Neubeginn erleichtern.

 

Finanzen

 

Frauen "führen" auch in der Altersarmut. Bereits heute müssen Frauen mit einer durchschnittlichen Rente von 540 Euro im Monat auskommen. Trotzdem besitzt  nur ein Drittel der Frauen, die heute Familienarbeit leisten, überhaupt eine Rentenversicherung oder sorgen vor.

Rund 70% der Sozialhilfeempfanger im Alter von über 65 Jahren sind allein stehende Frauen.

 

Frauennetzwerke:

 

Das Internet wird weltweit von Frauen zum Austausch und zur Vernetzung ihrer Interessen und Anliegen genutzt - wir bieten einen kleinen Ausschnitt internationaler Adressen.

 

Gesundheit

 

Frauen werden mit 82,3 Jahren statistisch gesehen zwar 6,4 Jahr älter als Männer, sie leben nach Einschätzung der Krankenkassen aber auch gesundheitsbewusster, trinken weniger Alkohol und ernähren sich gesünder.

Frau gehen aber auch häufiger zum Arzt und bekommen mehr Medikamente als Männer (TK 2007).

Mütter sind heute durchschnittlich bei der Geburt ihres ersten Kindes 31 Jahre alt, jedes dritte Kind wird unehelich geboren.

 

Gewalt gegen Frauen

 

Rund 40 Prozent aller Frauen über 16 Jahre sind in Deutschland schon einmal Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt geworden.

In einer Beziehung wird rund jede vierte erwachsene Frau in Deutschland mindestens einmal körperlich oder sexuell misshandelt.

Zwei Drittel der von Gewalt betroffenen Frauen erlebten dabei eigenen Angaben zufolge mittlere bis schwere Formen körperlicher Gewalt wie Faustschläge oder Waffengewalt (Studie Robert- Koch-Institut, 2008).

 

Migrantinnen

 

Auf dem Arbeitsmarkt sind Migrantinnen überwiegend in den unteren bzw. untersten Berufspositionen mit sehr niedrigem Einkommen zu finden - häufig mit extremen gesundheitlichen Belastungen.

In Privathaushalten sind sie vielfach halblegal oder illegal als Putzhilfen und häusliche Pflegekräfte beschäftigt. Seit Jahren ist eine Verdrängung aus regulärer Beschäftigung zu beobachten.

Spätestens seit Pisa ist auch die Benachteiligung der Kinder im Bildungssystem bekannt. Nur 25 Prozent junger Frauen mit ausländischem Pass fanden 2003 in Offenbach eine betriebliche Ausbildungsstelle, ihre Ausbildungsquote ist in den vergangenen Jahren sogar gesunken.

Zudem sind 51 Prozent der weiblichen Azubis mit ausländischen Pass in nur vier Ausbildungen vertreten: Frisörin, Arzt- oder Zahnarzthelferin, Verkäuferin oder Einzelhandeskauffrau. 

 

Schwangerschaft und Geburt

 

Vom Geburtsvorbereitungskurs über Hebammenadressen bis zu Säuglichspflege, Prager -Eltern-Kind-Programm und/oder Babysitter-Führerschein bemühen wir uns auf diesen Seiten um aktuelle Adressen und Links.

 

Trennung - Scheidung

 

Im Ballungsraum wird inzwischen jede zweite Ehe geschieden. Obwohl Frauen mit der Trennung 44 % ihres Einkommens einbüßen, geht die Initiative zur Trennung überwiegend von ihnen aus.

 

 

 

 

 

 

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